Barnes Der Mann im roten Rock Julian Barnes lässt uns teilhaben am Leben von Dr. Samuel Pozzi (1846-1918), dem damals bekannten Arzt, Pionier auf dem Gebiet der Gynäkologie und Freigeist, ein intellektueller Wissenschaftler, der seiner Zeit weit voraus war.
Barnes zeichnet das Bild einer ganzen Epoche am Beispiel dieses charismatischen Mannes. Kenntnisreich, elegant und akribisch recherchiert, beschreibt er das privat turbulente Leben Dr. Pozzis und erzählt Kulturgeschichten über den Fin de Siècle und seine Protagonistinnen und Protagonisten: Maler, Politiker, Künstler, Schauspieler, Schriftsteller. Dr. Pozzi reiste, um Erkenntnisse zu gewinnen, und stand für einen engen Austausch zwischen England und dem Kontinent – eine wunderbare Reise in das Paris der Belle Époque und ein Plädoyer für Europa!

Julian Barnes: Der Mann im roten Rock
Kiepenheuer & Witsch, 2021 / Fr. 33.90

Dürr Wo kommt unser Essen her Wer oder was gibt der Brezel ihren Schwung? Wie kommt die Sardine in die Dose? Und wer melkt überhaupt die Kuh?
Lockdown: alle sind zuhause und kochen gemeinsam. Da tauchen bald Fragen auf: Wo kommen eigentlich all die Lebensmittel her, die auf unserem Tisch landen?
Dieses Sachbilderbuch zeigt der ganzen Familie die verschiedenen Abläufe in kleinen und grossen Betrieben: den Weg der Milch auf einem Bauernhof und in einer Molkerei oder wie das Brot in der Bäckerei und wie es in der Brotfabrik entsteht, Fischerei oder Fischzucht? Wie und wo Tomaten oder Äpfel wachsen, was passiert, bevor die Wurst ihre Haut bekommt - und was das alles mit dem Klima zu tun hat, erklären die detailreichen, grossformatigen Bilder und die sehr gut verständlichen Texte.

Julia Dürr: Wo kommt unser Essen her?
Verlag Beltz & Gelberg, 2020 / Fr. 22.90

Horst Wisting und der Tag der Vermissten

Seit 24 Jahren hat Kommissar William Wisting ein Ritual: Am Jahrestag des Verschwindens von Katharina Haugen nimmt er sich die Fallakten erneut vor. Dieser alte, ungelöste Fall lässt ihm einfach keine Ruhe. Jedes Jahr trifft er zudem Martin Haugen, den Ehemann der Vermissten und damaligen Hauptverdächtigen, dem nie eine Schuld nachgewiesen werden konnte.
Doch dieses Jahr sind zwei Dinge anders: Aus Oslo reist Adrian Stiller an, der in einem anderen Fall über die Fingerabdrücke von Martin Haugen gestolpert ist. Und als Wisting Haugen wie immer treffen will, ist dieser spurlos verschwunden…

Jørn Lier Horst: Wisting und der Tag der Vermissten. William Wisting – Cold Case, Bd. 1
Piper Verlag, 2020 / Fr. 15.50
Und mit das beste: der zweite Fall – Wisting und der fensterlose Raum - ist auch schon erschienen und der dritte folgt im April!

Schmid Du weisst mich jetzt in Raum und Zeit zu finden

Auf dem Dachboden der Eltern in Basel stösst Beatrice Schmid auf ein wahres Fundstück: Dokumente ihrer Grossmutter Marie und ihrer Grosstante Paula. Es sind Briefe, Fotos, Artikel und andere Unterlagen, in denen sich die Katastrophen sowie die bedeutenden Emanzipationsbewegungen des 20. Jahrhunderts widerspiegeln.
Die eine, Paula, emigriert in den Anfangsjahren der Sowjetunion aus Basel nach Moskau, um am Aufbau einer neuen Gesellschaft mitzuwirken, blutjung und frisch verheiratet. 1937 wird ihr Mann erschossen, ihre zweijährige Tochter in ein Heim gesteckt, und sie kommt in den Gulag. Nach Stalins Tod wird sie rehabilitiert und findet ihre Tochter wieder. Trotz allem verbleibt sie in der Partei und verliert ihre Zuversicht nicht.
Die andere, Marie, wird mit elf Jahren Waise und muss als Magd dienen. Sie wird Hilfsarbeiterin in Basel, sozialisiert sich politisch und ist bis zur Heirat mit Paulas Bruder stolz auf ihre Unabhängigkeit. Sie beginnt zu schreiben, veröffentlicht Artikel und setzt sich mit ihrem tiefen Gerechtigkeitsempfinden für die Rechte der Frauen ein. Das Schicksal ihrer Schwägerin lässt sie 1956 mit Protest aus der Partei der Arbeit austreten.
Beatrice Schmid nimmt uns mit auf ihre Recherchereise. Sie beschreibt, wie sie das Leben und Erbe ihrer engagierten Vorfahrinnen entdeckt, deren mutige Lebensgeschichten einen nicht mehr loslassen.

Beatrice Schmid: »Du weisst mich jetzt in Raum und Zeit zu finden«. Zwei Frauen zwischen Basel und Moskau
Rotpunktverlag, 2020 / Fr. 38.-

Sciascia Einmal in Sizilien

Sizilien! Irgendwann dürfen wir wieder dahin (und auch anders-wohin reisen) – bis es soweit ist, können wir zum Glück wenigstens lesen und die Welt (in diesem Fall Sizilien) von einer anderen Seite kennen lernen!
Zum Beispiel mit dieser kleinen, aber feinen Sammlung mit Texten des Lehrers und Chronisten Leonardo Sciascia (1921-1989).
Archaisch ist diese Welt, schön, verwirrend; und manchmal kann selbst das unglaublich gleissende Licht des tiefen Südens nicht bis in die dunklen Verflechtungen vordringen.
Sein Leben lang hat Leonardo Sciascia immer wieder über seine In-sel geschrieben: über brutale Gutsherren, ausgebeutete Arbeiter in den Schwefel- und Salzminen, über habgierigen Adel, Kinderarmut, über Honoratioren, die sich immer wieder etwas Neues einfallen las-sen, um die Bauern auszupressen, und deren einzige Hinterlassen-schaft auf Erden die Mulde im Sessel des Clubs ist.
Die faschistische Vergangenheit hat dieses Leben ebenso geprägt wie die Machenschaften der Mafia. Präzise und schnörkellos schreibt der Schullehrer Sciascia seine Beobachtungen auf – und malt dabei ein faszinierendes Bild, das uns diese so tragische wie schöne Welt ein Stück näherbringt.

Leonardo Sciascia: Einmal in Sizilien
Wagenbach Verlag, 2021 / Fr. 26.50

Kosmos Magazin

Ganz neu - grad noch rechtzeitig vor Weihnachten
KOSMOS - Das Magazin für Mädchen (und den Rest der Welt)
Endlich ein tolles Heft für Mädchen von ca. 8-13 Jahren: klug, schön, lustig, mutig und inspirierend; nachhaltig und ökologisch in der Schweiz produziert.... - ein rundum gelungenes Projekt!
Wenn Sie in Ihrem Umfeld eine passende Leserin kennen, ist KOSMOS das perfekte Weihnachtsgeschenk - und reicht für ein ganzes Jahr!
Damit Sie das erste Heft rechtzeitig für unter den Weihnachtsbaum haben, können Sie es am einfachsten hier bei uns in der Buchhandlung abholen und ggf. gleich ein Abonnement notieren - Mail oder Telephon genügt.

Einzelheft: Fr. 19.-
Jahresabonnement (6 Ausgaben): Fr. 99.-

Behrend Menschwerdung eines Affen

«Der Affe, der Mensch werden will, bin ich, eine (Berliner) Ethnologin.»
Ende der 1970er Jahre lebt Heike Behrend in den Tugenbergen in Kenia und versucht vom Kolonialismus möglichst unberührte Traditionen zu erforschen. Schnell zeigt sich, dass dies kein einfaches Unterfangen ist, vor allem, wenn die Ethnografierten die junge Forscherin als «Affe» bezeichnen. Jahre später nimmt sie uns mit nach Uganda, um der christlichen Armee «Holy Spirit Mobile Forces» der Prophetin und Heilerin Alice Lakwena auf die Spur zu kommen, und versucht, an Geisterbeschwörungen teilzunehmen – was aber gar nicht so einfach ist. Als «Kannibalin» erkannt wird sie gar während ihres Aufenthalts in Uganda in den 1990er Jahren, als die Aidsepidemie auf ihrem Höhepunkt ist und der Kult um den Kannibalismus neu aufflammt.
Mit der Entkolonialisierung Afrikas geriet die Ethnologie in eine schwere Krise. Die damit einsetzende Selbstreflexion wird von Behrend einfühlsam und selbstkritisch beschrieben und legt die Verstrickungen mit den Ethnografierten offen. Sie zeigt, dass Feldforschungen ihren je eigenen Verlauf nehmen, da auch die Menschen vor Ort Interessen und Projekte haben. Sie anerkennt die Beobachteten als Handelnde und lässt sie ihrerseits das Menschsein der sie Erforschenden ihn Frage stellen.

Heike Behrend: Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnologischen Forschung
Verlag Matthes & Seitz, 2020 / Fr. 35.90

Pym In feiner Gesellschaft

England ab 1902 und London in den fünfziger Jahren – Laura Willowes, genannt Lolly und Dulcie Mainwaring – zwei Frauen, nicht mehr ganz jung, aus gut situierten Verhältnissen….
Zwei ähnliche Leben oder 'Schicksale' und doch so ganz anders; beide suchen ihren Weg und Platz in der Gesellschaft zwischen Konventionen, Tradition und eigenen Wünschen – sehr britisch, mit feinem englischen Humor und doch: zum Glück hat sich vieles geändert und wir können diese beiden, fast schon Literaturklassiker, mit grossem Vergnügen lesen – am besten gleich hintereinander…

Townsend Warner Lolly Willowes Sylvia Townsend Warner: Lolly Willowes oder Der liebevolle Jägersmann (Lolly Willowes)
Dörlemann Verlag, 2020 / Fr. 34.-
Barbara Pym: In feiner Gesellschaft (No Fond Return of Love)
DuMont Verlag, 2020 / Fr. 28.90

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