Gestern Der Duft des Waldes

Die Historikerin Elisabeth Bathori erhält ein Bündel Briefe des Soldaten Alban de Willcot zur Verwahrung und bekommt so einen sehr persönlichen Zugang zum Frontleben im 1. Weltkrieg. Sie verfolgt die Lebenswege der verschieden-en Protagonisten und Familienmitglieder und findet darüber auch einen neuen Weg zurück in ihr eigenes Leben.
Hélène Gestern verknüpft über die Ich-Erzählerin Elisabeth, Brieftexte, Tage-bücher und Einschübe raffiniert die Geschichte und sehr menschliche Geschichten über mehr als drei Jahrzehnte und zwei Weltkriege - ein ganzes Beziehungsgeflecht, spannend und sehr berührend.

Hélène Gestern: Der Duft des Waldes
Fischer Verlag, 2018 / Fr. 36.50

McGown Mord im alten Pfarrhaus Spannend bis am Schluss - die Ereignisse überstürzen sich: Weihnachten im idyllischen Dorf mit leise rieselndem Schnee, prasselndem Kaminfeuer, Festessen und ein plötzlicher Anruf bei der Polizei, dass im alten Pfarrhaus ein brutal erschlagener Mann aufgefunden worden sei. Der Schwiegersohn des Pfarrers, heisst es bald; ein gewalttätiger Tyrann sei er gewesen und jedes Familienmit-glied hatte Grund genug, ihn zu hassen.
So einfach ist es aber nicht, und auch die Liebe kommt nicht zu kurz in diesem Krimi. Ein Buch, um es sich auf dem Sofa bequem zu machen und die Festtage "ruhig" zu geniessen!

Jill McGown: Mord im alten Pfarrhaus. Ein Weihnachtskrimi
DuMont Verlag, 2018 / Fr. 26.90

Thome Gott der Barbaren

Im China Mitte des 19. Jahrhunderts herrschen Krieg und Gewalt: die Engländer wollen ihr Opium verkaufen, die Manschu-Dynastie ihre Macht erhalten und eine chinesisch-christliche Aufstandsbewegung versucht das Land zu erobern. Mitten drin ein deutscher Missionar von der Basler Mission, der englische Sonderbeauftragte Lord Elgin, der General Zeng Guofan, ein chinesisches Mädchen, amerikanische Abenteurer und viele mehr – sie alle erzählen ihre Erleb-nisse und gleichzeitig Geschichte; eine ganze, unbekannte Welt, die sich auftut aus einer Zeit in China, wie ein blinder Fleck auf der Landkarte, aber auch mit viel Gemeinsamkeiten zu heutigen Konflikten.

Stephan Thome: Gott der Barbaren
Suhrkamp Verlag, 2018 / Fr. 35.90

Rumiz Die Seele des Flusses

Der Autor, 1947 in Triest geboren und einer der erfolgreichsten Reiseschriftsteller Italiens beschreibt im vorliegenden Buch seine abenteuerliche Reise mit Kanu, Barke und Segelboot von den Gebirgen des Piemont bis zur Mündung ins Adriatische Meer. Eigentlich kein Reisebuch im üblichen Sinne mit all den touristischen Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr eine Erlebnisreise: mit lästigen Mückenschwärmen, unerwarteten Sumpflandschaften, funkelnden Kieselsteinen, verbauten Flussläufen mit alten, zerfallenen Brücken und Staumauern und immer wieder der Fluss mit seinen Nebenflüssen.

Für alle die gerne "im Kopf" reisen oder sich Ideen für die nächsten Ferien suchen!

Paolo Rumiz: Die Seele des Flusses. Auf dem Po durch ein unbekanntes Italien

Folio Verlag, 2018 / Fr. 33.90

Howard Die Jahre der Leichtigkeit

In den Sommerferien treffen sich drei Generationen der Familie Cazalet auf ihrem Gut in Sussex. Die Männer arbeiten unter der Woche in ihrem Holzbetrieb in London, die Frauen verbringen die Zeit zusammen mit den Kindern auf dem Land. Im Sommer 1937 und noch mehr 1938 spitzt sich die politische Lage zu und alle versuchen, auf ihre Weise mit der Krisensituation umzugehen – die Angst vor einem weiteren Krieg, dem Erwachsen werden…
Dieser erste von fünf Bänden der Chronik der Familie Cazalet eröffnet einen Blick in eine scheinbar noch heile Welt, kurz vor ihrem Untergang – feinfühlig und mit gutem Gespür für die verschiedenen Charakteren der Familienmitglieder schildert Howard eine ganze Gesellschaft – und macht süchtig auf die weiteren Bände!

Elizabeth Jane Howard: Die Jahre der Leichtigkeit. Die Chronik der Familie Cazalet, Band 1

dtv, 2018 / Fr. 24.90
-> Band 2 ist soeben erschienen: Die Zeit des Wartens

Bruyn Der neunzigste Geburtstag

Wittenhagen in Brandenburg: Hedwig Leydenfrost lebt mit ihrem Bruder zusammen im Dorf ihrer Kindheit. Nächstes Jahr soll ihr 90. Geburtstag gefeiert werden. Um das Fest der Jubilarin schmackhaft zu machen, beschliesst man, gleichzeitig eine Spendenaktion für Flüchtlinge zu starten. Es ist das Jahr, als die Kanzlerin sagte "Wir schaffen das".
In einem Jahr ändert sich vieles. Die Kinder, die unterstützt werden sollten, kommen nicht, dafür junge Burschen, die nicht in das kleine beschauliche Dorf ziehen wollen und so wird alles ganz anders.
Eingebettet in der Geschichte aus der neueren Zeit, erzählt der Autor eine bewegende Geschichte über das Leiden an der Politik, über eine fremd gewordenen Zeit und den Wert der Erinnerung. Ein unterhaltsames Buch mit Tiefgang!

Günter de Bruyn: Der neunzigste Geburtstag

Fischer Verlag, 2018 / Fr. 31.90

Bejamin Die Wahrheit über Dinge die einfach passieren

Suzy Swanson verliert mit zwölf Jahren ihre beste Freundin Franny. Sie beschliesst darauf hin, dass Worten nicht zu trauen ist und verstummt komplett. Viel mehr als die alltägliche verbale Kommunikation interessiert sie das Leben der Tiere um sie herum und ganz besonders faszinieren sie Quallen. Die Irukandji, eine winzige, sehr giftige Würfelqualle aus Australien, könnte in ihren Augen für den unerklärlichen Ertrinkungstod der guten Schwimmerin Franny verantwortlich sein.
So stürzt sie sich in die Recherchen und begreift mit der Zeit, dass es auch Dinge gibt, die man weder ändern, noch ganz verstehen kann.
Ein philosophisches Jugendbuch, das auch Menschen jenseits der Pubertät begeistern kann.

Ali Benjamin: Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
Hanser Verlag, 2018 / Fr. 24.50 / ab ca. 12 Jahren

Baldwin Beale Street Blues

«Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street, ist im Schwarzenviertel irgend einer amerikanischen Stadt geboren…».

Mit diesem Text wollte Baldwin den amerikanischen Schwarzenvierteln eine Stimme geben. Er tut dies auf eine eindrückliche Weise anhand der Liebesgeschichte von Tish und Fonny, die im Harlem der 1970er Jahre aufwachsen. Schnell müssen sie lernen, dass ihnen in der rassistischen Gesellschaft, in der sie leben, nichts geschenkt wird. Als Fonny unschuldig ins Gefängnis kommt, stellt Tish fest, dass sie schwanger ist und der Gerichtsprozess wird zu ihrem Kampf für eine gerechtere Zukunft, in dem sich die Wut und Hoffnung von Generationen widerspiegelt.
Baldwin, der selbst in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung eine wichtige Figur war, versteht es ungemein gut, uns als Leser*innen den Atem zu nehmen und die Ohnmacht spüren zu lassen anhand des unfassbaren Unrechts, welches in einer rassistischen Gesellschaft ihren Ausdruck findet - ohne dabei die Leichtigkeit und Unbeschwertheit zu vergessen, wie sie der Jugend eigen ist.

James Baldwin: Beale Street Blues
dtv, 2018 / Fr. 29.90

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