Zürcher Überwintern

Vor dem Hintergrund einer Welt der Krisen und Verwerfungen schildert der Roman die Geschichte zweier junger Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Auf der einen Seite der wilde, herrische, rebellische Jonas, zum anderen der angepasste, karrierebewusste, smarte Benjamin. Sie prügeln sich auf dem Schulhof, stellen fest, dass sie am selben Tag geboren wurden, verlieren sich aus den Augen, nicht aus dem Sinn. Auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden in einer Welt, die ihnen zunehmend verloren geht.
Er werde wegziehen, sagte Jonas, mit Lu nach Eisenach. Wieso schaust du wie ein Idiot, hast du mich nicht verstanden? Benjamin schüttelte den Kopf und sagte Nein, du Idiot, das habe ich nicht verstanden. Raus aus diesem Haus, sagte Jonas, verstehst du jetzt, raus, raus, raus.
Je zorniger sie werden, desto unbedeutender und verlogener wird ihnen die vertraute Umgebung. Der als zynisch und geschwätzig erscheinenden Welt, ob in Eisenach oder Basel, haben sie nichts als ihre entgrenzte Männlichkeit entgegenzusetzen und landen schliesslich als Söldner in der Ostukraine. Der Krieg erscheint ihnen als Mittel, den Schalter auf null zu stellen: Zwischen Anfang und Ende.

Urs Zürcher: Überwintern
Bilger Verlag, 2020 / Fr. 36.-

Urs Zürcher liest am Mittwoch, dem 24. Juni in Basel!
Einladung: pdfUrs_Zürcher_Lesung_am_24._Juni_2020.pdf

 

Bannalec Bretonische Spezialitäten

Mord à la carte!
Diese ersten schönen Sommertage im Juni wären perfekt für einen schönen Ausflug nach Saint-Malo. Aber zu seinem Leidwesen muss Kommissar Dupin dort ein Polizeiseminar besuchen, es geht um die engere Zusammenarbeit zwischen den bretonischen Départements.
Als Dupin in einer Pause durch die Markthallen der Altstadt schlendert, passiert direkt vor seinen Augen ein Mord! Die Täterin flieht: Sie ist die Schwester des Opfers, beide Frauen sind berühmte Küchenchefinnen der Region. Schnell stellt sich heraus: Das war erst der Anfang einer heimtückischen Mordserie….
Gemeinsam mit den Kommissaren der anderen Départements ermittelt Georges Dupin in einem Wettlauf gegen die Zeit. In der Austernstadt Cancale, im hochherrschaftlichen Seebad Dinard und in der einzigartigen Restaurantszene Saint-Malos stossen sie dabei auf haarsträubende Familiengeheimnisse, tragische Verwerfungen und unglaubliche Geschichten.

Jean-Luc Bannalex: Bretonische Spezialitäten. Kommissar Dupins neunter Fall
Kiepenheuer & Witsch, 2020 / Fr. 23.90

Ribeiro Schwarzer August

Ganz Fuseta freut sich: Leander Lost, der so ungewöhnliche und liebenswerte Austauschkommissar aus Deutschland, darf weiter in Diensten der portugiesischen Polícia Judicária in Faro ermitteln – und Soraia, die Schwester seiner Kollegin Graciana Rosado, folgt endlich ihrem Herzen …
Es ist Hochsommer in Fuseta, dem kleinen Fischerort an der Algarve. Nach dem erfolgreichen Schlag gegen einen spanischen Drogenboss ist Soraia Rosado endlich zu Leander in die Villa Elias gezogen. Die beiden geniessen ihre Zweisamkeit, die sternenklaren Sommernächte bei einem Glas Vinho Verde am Pool und lernen, was es bedeutet, wenn Asperger und "normal" zusammenleben.
Doch die sommerliche Idylle wird jäh gestört, als im Hinterland eine Autobombe explodiert und eine Filiale der Crédito Agrícola in die Luft jagt. Der Spanier im Team, Miguel Duarte, ist überzeugt: Nun ist der islamistische Terror auch in Portugal angekommen. Doch warum explodieren zwei Tage später drei Thunfisch-Trawler im Hafen von Olhão? Und was hat es mit den 40.000 US-Dollar einer Immobilienmaklerin aus Vale de Lobo auf sich, die bei der Explosion der Bankfiliale in die Landschaft flatterten?
Graciana Rosado, Carlos Esteves und Leander Lost stehen vor einem Rätsel. Wer ist der raffiniert vorgehende Bombenleger, der mit verschlüsselten Bekennerschreiben Katz und Maus mit ihnen spielt? Zug um Zug kommen sie mit portugiesischer Menschenkenntnis und Leanders Kombinationsgabe dem Täter und seinen Motiven auf die Spur. Und Leander muss sich entscheiden, wie viel sein Leben im Vergleich zu dem eines Kollegen wert ist …

Gil Ribeiro: Schwarzer August (Kiepenheuer & Witsch Verlag, 2020 / Fr. 23.90)

Leander Lost, der Austauschkommissar aus Hamburg, ermittelt in der Algarve:
Band 1: Lost in Fuseta             Band 3: Weisse Fracht
Band 2: Spur der Schatten       Band 4: Schwarzer August

Fontaine Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard Und hier der Neustart einer Krimi-Reihe – zum Glück gleich mit drei Bänden gleichzeitig!

Die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt ermittelt zusammen mit ihrem Team zwischen Nîmes und der Camargue – alte und neue Fälle und alles tief verstrickt in der (höheren) Gesellschaft des Languedoc-Roussillon. Süffig zu lesen und ideal für die Ferien auf Balkonien….

Band 1: Die Richterin und die Tote vom Pont du Gard
Band 2: Die Richterin und die tote Archäologin
Band 3: Die Richterin und der Kreis der Toten
Piper Verlag, 2020 / je Fr. 15.50

Hénaff Mission Blindgänger

"Ruhe bitte, es wird gemordet! " Der dritte Fall für die Chaos-Truppe mit Charme.
Das Kommando Abstellgleis hat einen Einsatz am Filmset: die Kollegin Capitaine Eva Rosière – Polizistin und Drehbuchautorin – steht unter Verdacht, den Regisseur ermordet zu haben!
Die sympathischste Chaostruppe der Pariser Polizei feiert ihr Comeback an einem Filmset - wie immer angeführt von Commissaire Anne Capestan, die ihre Elternzeit extra unterbricht, um Eva zu unterstützen, denn es ist nicht zu leugnen: Eva hatte geschworen ihn zu töten ... Doch fast jeder am Drehort hätte ein Mordmotiv. Das Spiel kann beginnen: Mit Windeln und Schnuller gerüstet, machen sich Anne Capestan und ihr Kommando Abstellgleis an die Ermittlungsarbeit - Baby Joséphine stets mit dabei.

Sophie Hénaff: Mission Blindgänger (Bertelsmann, 2020 / Fr. 22.90)
Band 1: Kommando Abstellgleis. Ein Fall für Kommissarin Capestan
Band 2: Das Revier der schrägen Vögel

Penrose Kalt flüstern die Wellen

Über die wilde Schönheit der Scilly-Inseln legen sich dunkle Schatten - der dritte Fall für den charismatischen Ermittler Ben Kitto.

Detective Inspector Ben Kitto hätte seinen 35. Geburtstag lieber mit seinen Freunden im Pub statt im Dienst verbracht. Doch an diesem Abend findet das traditionelle Feuerwerk zur Bonfire Night auf der Insel St. Agnes vor Cornwall statt, das Ben überwachen soll.
Schlagartig sind die Feierlichkeiten zu Ende: In der Asche einer Feuerstelle werden menschliche Überreste gefunden! Ben Kitto stoppt sofort den Schiffsverkehr zu den Nachbarinseln und stellt die achtzig Bewohner von St. Agnes unter Hausarrest.
Denn: der Täter befindet sich noch immer auf der Insel. Und seine Botschaft ist eindeutig: Alle Eindringlinge sind dem Tod geweiht ...

Kate Penrose: Kalt flüstern die Wellen (Fischer Verlag, 2020 / Fr. 22.90)

Band 1: Nachts schweigt das Meer
Band 2: Dunkel leuchten die Klippen

Camilleri Kilometer 123

Kurz bevor Andrea Camilleri im Sommer 2019 starb, erschien in Italien sein Kriminalroman "Kilometer 123". Es ist es kein Fall für Commissario Montalbano, und auch kein Buch, das in Sizilien spielt, das sein Werk so sehr prägte; auch keine Erzählung im herkömmlichen Sinn – sondern ein aus Textnachrichten, Telefonaten, Zeitungsaus-schnitten, Protokollen und Gesprächen zusammengesetztes kriminalistisches Puzzle, das direkt nach der Veröffentlichung die italienischen Bestsellerlisten anführte und vor allem Camilleris grosses Talent und Gespür für Dialoge ins Rampenlicht rückt.

Alles beginnt mit einer unbeantworteten SMS: die Absenderin ist Ester, der Empfänger ist Giulio. Warum kann Giulio seiner Geliebten nicht antworten? Er liegt nach einem heftigen Auffahrunfall bei Kilometer 123 der Via Aurelia im Krankenhaus. Wer hinge-gen die SMS von Ester liest, ist Giulios Ehefrau Giuditta, die vorher von Esters noch Existenz nichts wusste.
Dies könnte der Anfang einer Liebeskomödie sein, aber Camilleris Intention ist eine andere: ein Zeuge sagt aus, dass Giulios Unfall keineswegs unbeabsichtigt, sondern versuchter Mord war, und die Angelegenheit wird ans Kriminalkommissariat übergeben. Kurze Zeit später findet sich eine Leiche: bei eben jenem Kilo-meter 123 auf der Via Aurelia...
Ein rasanter Kriminalfall um Intrigen, Macht und Eifersucht – und natürlich kommt am Ende alles anders, als man denkt...

Andrea Camilleri: Kilometer 123
Kindler Verlag, 2020 / Fr. 31.90

Abe Hanami

«Cherry war der Letzte einer Spezies vornehmer, reicher Müssiggänger, der edwardi-nischen Ära, die als Amateure in einer wissenschaftlichen Disziplin begannen und dann Experten wurden.»
Collingwood Ingram, genannt Cherry (1880-1981) war ein leidenschaftlicher und berühmter Sakuramori – ein Verehrer und Kenner der japanischen Zierkirsche, ein reisefreudiger und engagierter Autodidakt der Ornithologie und Botanik – ein Engländer…
Die Journalistin Naoko Abe beschreibt in dieser berührenden Biographie sein langes Leben, seinen Enthusiasmus und Verdienste vor allem rund um die japanische Zier-kirsche, die er in Japan für sich entdeckte, sammelte, züchtete und schlussendlich rettete, ums die dann nach Japan zurück zu bringen.
Als junger Mann reist Ingram u.a. mehrfach nach Japan, um dort neben Tokyo auch Berge und Wälder, geheime Palastgärten und Klöster zu erkunden. Vor allem aber ist er auf der Suche nach wilden Kirschbäumen, denen seine ganze Leidenschaft gehört. In der überhasteten Modernisierung Japans im 20. Jahrhundert werden diese jedoch, zu seiner grossen Enttäuschung, rücksichtslos abgeholzt und gleichzeitig für propagandistische Zwecke missbraucht.
In ihrem Buch verbindet Naoko Abe kunstvoll die Biographie des englischen Exzentrikers mit der Geschichte Japans und der kulturellen Bedeutung der Kirschblüte, die sich in Kirschblütenfesten - japanisch 'Hanami' für 花見 'Blüten betrachten' - auf der ganzen Welt spiegelt.
Ein faszinierendes Abenteuer der Reiseliteratur und ein spannendes Stück Zeit- und Kulturgeschichte.

Naoko Abe: Hanami
Die wundersame Geschichte des Engländers, der den Japanern die Kirschblüte zurückbrachte
Fischer Verlag, 2020 / Fr. 32.50

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