Khalifah Sandfänger

Der Chefredakteur einer jordanischen Zeitung beauftragt vier Personen aus seinem Team, ein Interview mit einem Augenzeugen aus der Zeit der 1948 erfolgten Staatsgründung Israels und der damit verbundenen massenhaften Vertreibung der arabischen Bevölkerung zu führen. Der betagte Palästinenser lebt bei der Familie seines Sohnes und soll von seiner persönlichen Erfahrung berichten. Die Erinnerung an die Nakba darf nie in Vergessenheit geraten.
Als Nachkommen der Flüchtlingsgeneration empfinden die vier ihre palästinensische Herkunft eher als gefühlsmässige Zugehörigkeit, aber nicht mehr als nationale Identität. Umso mehr stürzen sie sich in die bedeutsame Aufgabe. Doch der Alte verweigert die Mitarbeit, er schweigt beharrlich.
Unter dem Druck des Chefredakteurs spitzt sich die Situation zu. Die Bemühungen um das Interview entwickeln sich in eine dramatische, sogar kriminelle Richtung.
Omar Khalifah gelingt es in dieser vielstimmigen, grotesk anmutenden und doch zutiefst menschlichen Geschichte, der unendlichen Tragik der Nakba eine besondere Tragweite zu verleihen. Es entwickelt sich eine intensive Reflexion über das Erinnern, das Exil und die vielfältige Bedeutung einer kollektiven Identität.

Omar Khalifah: Der Sandfänger. Übersetzung von Joël László
Lenos Verlag, September 2026 / ca. Fr. 28.-
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