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Urs Zürcher: Verschwinden

Zürcher Verschwinden Ein vierfacher Mord an Tamilen in einer Asylunterkunft in Chur, neonazistisch entflammter Fremdenhass Ende der 1980er-Jahre in der Schweiz. Vergessen und verschwiegen.
Aber Vergangenheit wird zur Gegenwart, wenn der Autor und Historiker Urs Zürcher auf der Suche nach True Crime in einer Baugrube im Basler Umland am Ende eines langen Sommers am 12. September 2023 auf ein rätselhaftes menschliches Skelett stösst........
Eine raffiniert komponierte Geschichte, intensiver, verstörender als jeder dokumentierende Realismus es vermöchte, denn reine Fakten sind eine Fiktion. Aber was ist erzählerische Wahrheit?
Virtuos verwebt Urs Zürcher schweizerische und deutsche Zeitgeschichte aus bald vierzig Jahren mit Lebensgeschichten. Mit empathisch erzählerischer Kraft führt er ins Reich der Rechten und macht Menschen sichtbar, die uns deshalb umso mehr erschrecken und aufschrecken. 

Urs Zürcher: Verschwinden
Bilgerverlag, 2026 / Fr. 36.-

Gerda Raidt: Klassenbuch. Wer gewinnt das Spiel des Lebens

Raidt Klassenbuch

Alle Kinder wollen, dass es immer gerecht zugeht. Aber bald merken sie, dass einige bevorzugt werden und andere trotz Anstrengung nicht weiterkommen. Da sie ihre eigene Welt als selbstverständlich nehmen, sehen sie lange nicht, dass es Unterschiede in der Herkunft gibt, die diese Ungerechtigkeit schaffen.
Dabei wäre es so wichtig, dass gerade Kinder dies erkennen. Auch die Klassismus-Forschung fordert, so früh wie möglich im Bildungs-system anzusetzen. Genau dies tut unser "Klassenbuch": Es öffnet Kindern die Augen über die ‘feinen Unterschiede’, die schon Pierre Bourdieu beschrieben hat. Am Beispiel einer Grundschulklasse zeigt Gerda Raidt, wo überall diese Verschiedenheiten in den Lebenslauf eingreifen. Sei es beim Wohnen, Essen, der Art zu sprechen, beim Sport oder unserem Umgang mit Kultur. So wird eindrucksvoll klar, was schon früh – unbemerkt – für später vorgezeichnet wird.
Gerda Raidts "Klassenbuch" ist das erste Sachbuch über Klassismus, für die, die es am stärksten angeht.

Gerda Raidt: Klassenbuch. Wer gewinnt das Spiel des Lebens
Klett Kinderbuch, 2026, Fr. 31.90 / ab 8 Jahren

Gut befreundet. Ein Ratgeber über Freundschaft, Streit und Einsamkeit

Gut Befreundet Kaleio

Ein KALEIO-Ratgeber, der Mädchen entlastet, stärkt und begleitet:

  • - Alltagsnahe Beispiele, in denen Mädchen sich sofort wiedererkennen
  • - Spannende Psychotests, um eigene Gefühle, Grenzen und Wünsche zu spüren
  • - Konkrete Tipps rund um Streit, Versöhnung und mutige Gespräche
  • - Stärkende Ideen gegen Einsamkeit, die zeigen, wie man Halt in sich selbst findet
  • - Wertschätzende Impulse zu Selbstfürsorge, Schüchternheit und Gruppenrollen
  • - Vorschläge für kleine Rituale und Aktivitäten, die Freundschaften bereichern
  • - Wunderschöne Illustrationen sowie Platz für eigene Notizen

    Gut befreundet. Ein Ratgeber über Freundschaft, Streit und Einsamkeit

    Kaleio Verlag, 2026 / Fr. 26.90 / ab 10 Jahren

    PS und nicht vergessen: Das KALEIO-Abonnement!
    Das perfekte Geschenk für Mädchen von von 8-13 Jahren (und den Rest der Welt) -> 6x / Jahr für Fr. 117.-

Schmuggellandschaften Wege und Ge-schichten an der Schweizer Südgrenze

Ebner Siegrist Schmugellandschaften

Während mehr als eines Jahrhunderts gehörte das Schmuggeln von Zigaretten, Kaffee und anderen Gütern zum Alltag an der schweizerischen Südgrenze. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schmuggel in der Schweiz nach Italien unter dem Titel 'Export II' legalisiert, während er in Italien weiterhin verboten blieb. 13 Autorinnen und Autoren berichten vom Schmuggel von der Schweiz nach Italien von 1861 bis 1975.
Auf zweiundvierzig (!) Wanderungen werden Geschichten und Wege rund um diese vergessene und verdrängte Form der Bergwirtschaft wieder lebendig. Schmuggellandschaften macht die Sozialgeschichte des klassischen Schmuggels im Gelände erlebbar: Wildwest im Tessin, die Hochburg Puschlav, der 'geheime' Ort Cavaione, Partisanen aus dem Ossola, Flüchtlinge – überhaupt die (unterschiedlichsten) Menschen.
Thematische Kapitel, Fotos, Karten und wandertechnische Informationen runden dieses besondere Lesewanderbuch ab: Wander- und Hintergrundinformationen von Stéphane Andereggen, Adriano Bazzocco, Franz Ebner, Elsbeth Flüeler, Manuel Haas, Fiorenzo Rossinelli, Raphael Rues, Dominik Siegrist, David Spinnler, Andrea Tognina, Edita Truninger, Andreas Weissen und Ivo Zanoni.
Interessant und spannend mit oder ohne Rucksack!

Fritz Ebner und Dominik Siegrist: Schmuggellandschaften. Wege und Geschichten an der Schweizer Südgrenze
Rotpunktverlag, 2026 / Fr. 45.-

Julia Weber: Weil ich Ruth bin

Weber Weil ich Ruth bin

Ruth wird mit einem seidenen Fell geboren und schon immer verfallen ihr die Menschen. Ruth kann sie verwandeln, lässt sie für kurze Zeit vergessen, bei ihr dürfen sie Zufriedenheit und Unbeschwertheit erfahren – als Regenwurm, Ziege, Echse, Schnecke. Dann begegnet Ruth der Liebe. Linda ist schön, gross und schief in die Welt gebaut, mit einem Lachen wie hinabrollendes Geröll. Da gerät Ruths Welt durcheinander.
Julia Weber dehnt liebevoll die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens. Ihre Stimme ist unverwechselbar, ihr Text unvergleichbar, ihre Sprache ist überwältigend.

Julia Weber: Weil ich Ruth bin
Limmat Verlag, 2026 / Fr. 32.-

Colm Tóibín: Die Schwestern

Toibin Die Schwestern

Núria, Conxita und Montse sind noch Kinder, als sie nach dem Tod des Vaters ihre katalanische Heimat verlassen, um zusammen mit ihrer Mutter nach Argentinien auszuwandern. Sie, die sich so nahestanden, entfremden sich dort zunehmend. Jede der drei Schwestern geht ihren eigenen Weg. Erst als sie Jahrzehnte später gemeinsam das Haus ihrer Tante in den Pyrenäen erben, wo sie als Kinder ihre Ferien verbrachten, finden sie wieder zusammen.
Eine unvergessliche Geschichte über Mütter, Töchter und Schwestern, grandios erzählt, voller Zwischentöne, Verletzlichkeit und jener tiefen Melancholie, die mit Entwurzelung und dem Ringen um Zugehörigkeit in einer fremden Gesellschaft einhergeht. Und obwohl nur 125 Seiten kurz, ist diese Novelle so intensiv, dass man glaubt ein Buch mit 500 Seiten gelesen zu haben. Eine eindringliche Erzählung über Erinnerung und die Möglichkeit von Versöhnung: eine wunderbare (Sommer-) Lektüre!

Colm Tóibín: Die Schwestern
Hanser Verlag, 2026 / Fr. 31.90

Nussaibah Younis: fundamentalös

Younis fundamentalös

Ein unglaublich witziger und gewagter Debütroman über eine schlagfertige und grossherzige Akademikerin aus London, die vor ihrem Liebeskummer flieht und im Irak (2019) landet. Sie hat von der UNO ein Jobangebot angenommen, um ihre Theorie in die Praxis umzusetzen und ein Deradikalisationsprogramm für IS-Frauen zu leiten. Sara, eine wütende Teenagerin, hat sich mit fünfzehn dem IS angeschlossen. Verbunden durch ihr muslimisches Aufwachsen in London und eine Vorliebe für derbe Sprüche, freunden die beiden sich an – doch bald muss Nadia entscheiden, wie weit sie für Sara zu gehen bereit ist. Eine bissige Auseinandersetzung mit Liebe, Familie, Religion und den Entscheidungen, die wir treffen, um dazuzugehören – Nussaibah Younis erforscht eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit mit Scharfsinn, Herz und Humor.

Nussaibah Younis: fundamentalös
Unionsverlag, 2026 / Fr. 33.-

Leon Engler: Botanik des Wahnsinns

Engler Botanik des Wahnsinns

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können?
Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Grossvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus.
Und wie er schliesslich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung.

Leon Engler: Botanik des Wahnsinns
DuMont Verlag, 2025 / Fr. 32.90
-> siehe auch Veranstaltungen

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