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Schmuggel-landschaften Wege und Ge-schichten an der Schweizer Südgrenze

Ebner Siegrist Schmugellandschaften

Während mehr als eines Jahrhunderts gehörte das Schmuggeln von Zigaretten, Kaffee und anderen Gütern zum Alltag an der schweizerischen Südgrenze. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schmuggel in der Schweiz nach Italien unter dem Titel 'Export II' legalisiert, während er in Italien weiterhin verboten blieb. 13 Autorinnen und Autoren berichten vom Schmuggel von der Schweiz nach Italien von 1861 bis 1975.
Auf zweiundvierzig (!) Wanderungen werden Geschichten und Wege rund um diese vergessene und verdrängte Form der Bergwirtschaft wieder lebendig. Schmuggellandschaften macht die Sozialgeschichte des klassischen Schmuggels im Gelände erlebbar: Wildwest im Tessin, die Hochburg Puschlav, der 'geheime' Ort Cavaione, Partisanen aus dem Ossola, Flüchtlinge – überhaupt die (unterschiedlichsten) Menschen.
Thematische Kapitel, Fotos, Karten und wandertechnische Informationen runden dieses besondere Lesewanderbuch ab: Wander- und Hintergrundinformationen von Stéphane Andereggen, Adriano Bazzocco, Franz Ebner, Elsbeth Flüeler, Manuel Haas, Fiorenzo Rossinelli, Raphael Rues, Dominik Siegrist, David Spinnler, Andrea Tognina, Edita Truninger, Andreas Weissen und Ivo Zanoni.
Interessant und spannend mit oder ohne Rucksack!

Fritz Ebner und Dominik Siegrist: Schmuggellandschaften. Wege und Geschichten an der Schweizer Südgrenze
Rotpunktverlag, 2026 / Fr. 45.-

R.C. Sherriff: Vor uns die Zeit

Sherriff Vor uns die Zeit

Mister Baldwin geht in Pension und ist endlich ein freier Mann und seine Frau Edith freut sich auf die gemeinsame Zeit. Doch trotz aller Vorfreude und guten Vorsätze werden die Tage bald lang und immer leerer – das Gartenprojekt scheitert und das mit seinem grossen Geschichtswerk? Schwierig. Und dann sitzt Mr Baldwin auch noch jeden Mittag in Ediths schönem Siestasessel…
Ein Ausflug ins Weldental bringt neue Ideen: unter alten Ulmen steht ein modernes Haus mit grossen Fenstern – liegt hier die Lösung und vielleicht sogar ein neues Leben?
Nach 'Zwei Wochen am Meer' die nächste Neuübersetzung eines grossartigen Romans von Sherriff aus den 1920er-Jahren – zutiefst menschlich, feinster englischer Humor und nach wie vor aktuell.

R. C. Sherriff: Vor uns die Zeit
Unionsverlag, 2026 / Fr. 32.-

Colin Walsh: Kala. Sie war unser Zentrum, mit ihr waren wir

Walsh Kala

Nach vielen Jahren, treffen sich in einer Kleinstadt an der Westküste Irlands, drei alte Freunde wieder. Im Sommer 2003, als Teenager, gehörten sie zu einer Clique, die unzertrennlich schien. Doch dann verschwand Kala, der strah-lende Mittelpunkt ihres Universums, spurlos und ihre Welt geriet aus den Fu-gen. Nun, Jahre später, werden menschliche Überreste im Wald gefunden und die verdrängte Vergangenheit bricht wieder auf. Erzählt wird diese grossartig erzählte und superspannende Geschichte, immer abwechselnd aus der Sicht von Mush, Helen und Joe. Dadurch, dass Colin Walsh auch immer zwischen 2003 und 2018 switcht, nimmt die Story Fahrt auf, bis sie im grossen Showdown endet.

Colin Walsh: Kala. Sie war unser Zentrum, mit ihr waren wir
Gutkind Verlag, 2026 / Fr. 31.50

Julia Weber: Weil ich Ruth bin

Weber Weil ich Ruth bin

Ruth wird mit einem seidenen Fell geboren und schon immer verfallen ihr die Menschen. Ruth kann sie verwandeln, lässt sie für kurze Zeit vergessen, bei ihr dürfen sie Zufriedenheit und Unbeschwertheit erfahren – als Regenwurm, Ziege, Echse, Schnecke. Dann begegnet Ruth der Liebe. Linda ist schön, gross und schief in die Welt gebaut, mit einem Lachen wie hinabrollendes Geröll. Da gerät Ruths Welt durcheinander.
Julia Weber dehnt liebevoll die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens. Ihre Stimme ist unverwechselbar, ihr Text unvergleichbar, ihre Sprache ist überwältigend.

Julia Weber: Weil ich Ruth bin
Limmat Verlag, 2026 / Fr. 32.-

Nussaibah Younis: fundamentalös

Younis fundamentalös

Ein unglaublich witziger und gewagter Debütroman über eine schlagfertige und grossherzige Akademikerin aus London, die vor ihrem Liebeskummer flieht und im Irak (2019) landet. Sie hat von der UNO ein Jobangebot angenommen, um ihre Theorie in die Praxis umzusetzen und ein Deradikalisationsprogramm für IS-Frauen zu leiten. Sara, eine wütende Teenagerin, hat sich mit fünfzehn dem IS angeschlossen. Verbunden durch ihr muslimisches Aufwachsen in London und eine Vorliebe für derbe Sprüche, freunden die beiden sich an – doch bald muss Nadia entscheiden, wie weit sie für Sara zu gehen bereit ist. Eine bissige Auseinandersetzung mit Liebe, Familie, Religion und den Entscheidungen, die wir treffen, um dazuzugehören – Nussaibah Younis erforscht eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit mit Scharfsinn, Herz und Humor.

Nussaibah Younis: fundamentalös
Unionsverlag, 2026 / Fr. 33.-

Maylis de Kerangal: Brandung

de Kerangal Brandung

Am Strand beim Hafen von Le Havre wird ein Mann tot aufgefunden – in der Jackentasche ein Kinoticket mit einer Telephonnummer auf der Rückseite.
Sie – Synchronsprecherin, Ehefrau und Mutter in Paris - erhält einen Anruf von der Polizei: Was könnte sie mit dem unbekannten Mann zu tun haben? Tags darauf reist sie nach Le Havre und spricht mit der Polizei. Auf der Spurensuche in der Stadt ihrer Kindheit und Jugend tauchen Erinnerungen, Episoden, Lichtblitze auf, ein Café, das Kino und die Sehnsucht nach einer verschwundenen ersten Liebe.
Ein Rückblick, ein Thriller, ein Standort und gleichzeitig ein Schlendern in der Vergangenheit – ein Roman der eigentlich nie aufhört…

Maylis de Kerangal: Brandung
Suhrkamp Verlag, 2026 / Fr. 35.50

Leon Engler: Botanik des Wahnsinns

Engler Botanik des Wahnsinns

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können?
Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Grossvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus.
Und wie er schliesslich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung.

Leon Engler: Botanik des Wahnsinns
DuMont Verlag, 2025 / Fr. 32.90
-> siehe auch Veranstaltungen

Am Bahnsteig. Geschichten von Ankunft und Abschied

Am Bahnsteig Für den Sammelband «Am Bahnsteig» haben Wolfram Schneider-Lastin und Hugo Ramnek rund dreissig Autor:innen eingeladen, eine Bahnhofsgeschichte zu schreiben. Denn ein Bahnhof ist mehr als nur ein Ort, an dem Züge ankommen und abfahren. Ein Bahnhof ist ein Knotenpunkt von scheinbar alltäglichen, überraschenden, schicksalhaften und berührenden Geschichten. Liebende sagen sich mit einer letzten Umarmung Adieu, Menschen wagen einen Neuanfang. Von hier aus fuhren junge Männer in den Krieg, Geflüchtete setzten hoffnungsvoll den Fuss auf noch unbekannten Boden. Sei es ein pulsierender Hauptbahnhof, ein schäbiger Vorortsbahnhof oder eine abgelegene Halt-auf-Verlangen-Station, Freude und Schmerz begegnen sich auf demselben Bahnsteig, in Wien genauso wie in Wädenswil oder Wellingtonbridge.

Hugo Ramnek / Wolfram Schneider-Lastin: Am Bahnsteig. Geschichten von Ankunft und Abschied
Rotpunktverlag, ca. September 2026 / ca. Fr. 34.-
-> siehe auch Veranstaltungen: Lesung mit Romana Ganzoni und Daniela Engist!

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